Interview mit der Künstlerin Dagmar Tille anlässlich des 2. Hodenhagener Salons über die präsentierten Arbeiten, manipulative Bildwelten und Autos

artediretta (AD):
Dagmar, betrachtet man die Zusammenstellung der Gemälde und Fotografien in der Ausstellung, entsteht auf den ersten Blick der Eindruck eines großen Gegensatzes. Da sind Farbigkeit und ans Plakative grenzende Bildaussagen in der Malerei einerseits und vorherrschendes Grau und banal erscheinende Motivwelten in der Fotografie andererseits. Welche Gemeinsamkeiten gibt es da? Warum zeigst Du die Arbeiten zusammen?

Dagmar Tille (DT):
Das Verbindende ist einmal, dass die Arbeiten alle von mir sind (lacht) und zum größten Teil innerhalb des letzten Jahres entstanden sind. Wichtig für mich war in dieser Zeit vor allem die Überlegung, dass trotz der eigentlich dokumentarischen Stärken der Fotografie das Medium inzwischen wegen der allgemein zugänglichen Werkzeuge digitaler Bildbearbeitung fast zum Inbegriff manipulierbarer Bildwelten geworden ist. Das hat mich dazu gebracht, mein Verhältnis zur Fotografie zu überdenken, vor allem, weil ich mich vorher eine ganze Weile mit fotografischen Inszenierungen beschäftigt habe.

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2. Hodenhagener Salon

2. Hodenhagener Salon

Fotografie und Malerei beim 2. Hodenhagener Salon
Anlässlich des 2. Hodenhagener Salons zeigt die Fotografin und Malerin Dagmar Tille in Hodenhagen vom 23. Mai bis 25. Juni 2009 Fotografien und Gemälde.

Mit der diesjährigen Frühjahrs-Ausstellung auf dem Gelände der idylllsch direkt hinter dem Allerdeich in Hodenhagen gelegenen Hofanlage Alt-Riethagen 7 knüpft Dagmar Tille an den erfolgreichen Auftakt der Ausstellungsreihe im September des letzen Jahres an. Auch diesmal soll die Veranstaltung neben der Präsentation der Werke - ganz in der Tradition eines Salons - dazu dienen, Kunstschaffende und Kunstinteressierte in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu bringen. "Wir waren vor allem vom regen Interesse überrascht, das der 1. Hodenhagener Salon auch nach der Vernissage gefunden hat. Mittlerweile sind daraus zahlreiche Kontakte in der Region und darüber hinaus entstanden, aus denen bereits erste gemeinsame und spartenübergreifende Projekte aus den Bereichen Kunst, Musik und Literatur hervorgegangen sind", erklärt die Künstlerin aus Hodenhagen. "Das war uns eine Motivation, mit der zweiten Veranstaltung nicht allzu lange zu warten."

Dagmar Tille zeigt in der Ausstellung Gemälde und Fotografien, die auf den ersten Blick starke Gegensätze bilden. Die Arbeiten stammen überwiegend aus dem letzten Jahr. Die Farbigkeit und figurativ-illustrative Umsetzung der Bildaussagen bei der Malerei kontrastiert mit einer eher strengen und formal orientierten Gestaltung alltäglicher und zumeist menschenleerer Szenerien bei den Fotografien. Den malerischen und fotografischen Arbeiten Dagmar Tilles gemein ist jedoch ihre kritische Auseinandersetzung mit den manipulativen Bildwelten unserer Zeit: auf der einen Seite, indem sie diese in den Gemälden auf recht drastische Weise thematisiert, ja beinahe karikiert und bricht, auf der anderen Seite, indem sie ihre Fotografien von allen sich für eine Idealisierung eignenden Elementen freihält.

Bei der Vernissage des "2. Hodenhagener Salons", die am 23. Mail ab 16:00 Uhr im Alt-Riethagen 7 in 29693 Hodenhagen stattfindet stellt Lutz Wiedemann ergänzend atmosphärisch dichte Klangbilder vor.

2. Hodenhagener Salon, Alt-Riethagen 7, 29693 Hodenhagen 23. Mai – 25. Juni 2009
Vernissage Samstag, 23. Mai ab 16:00 Uhr.
Besichtigung danach auf Absprache unter 0 51 64 - 80 16 82